Durch individualisierte Projektarbeit an einem außerschulischen Lernort Arbeitsweisen aktueller MINT-Berufe erfahren

Gefördert durch den Europäischen Sozialfond (ESF) im Zeitraum 2018/19

Das Vorhaben hat zum Ziel, Jugendlichen ab etwa 14 Jahren durch selbstbestimmte Projektarbeit Arbeitsweisen, sowohl inhaltlich wie methodisch, aktueller MINT-Berufe näher zu bringen. Damit wird einerseits dem Wunsch der Jugendlichen entsprochen, mehr praktische Einblicke in die Berufswelt zu erhalten, um sich die konkreten Anforderungen und Handlungsmöglichkeiten dort vorstellen zu können. Andererseits werden sie besser befähigt, sich unter Berücksichtigung der eigenen Stärken und Schwächen Maßstäbe und Kriterien für die richtige Berufswahl zurechtzulegen. Durch die selbstständige Arbeit in Kleingruppen an ihrem Projekt stärken die Jugendlichen ihr Selbstvertrauen. So verbessern sie nicht nur ihre MINT-Fähigkeiten sondern auch ihre sozialen Kompetenzen. In vielen Untersuchungen wurde gezeigt, dass sich insbesondere Mädchen eine Tätigkeit im MINT-Bereich gar nicht zutrauen. Der erfolgreiche Umgang mit anspruchsvollen Geräten im Rahmen einer Projektarbeit stärkt das Selbstvertrauen in die eigene Leistungsfähigkeit und erweitert damit das Spektrum der zur Wahl stehenden Berufsoptionen. In den Projektarbeiten stellen die Jugendlichen ihre individuelle Eignung für ein bestimmtes MINT-Arbeitsfeld fest. Das Angebot richtet sich insbesondere an Schülerinnen und Schüler der Haupt-, Real-, und Oberschulen sowie der Integrierten Gesamtschulen des Landkreises und soll das Berufsorientierungsprogramm dieser Schulen sinnvoll ergänzen. Durch den hohen Praxisbezug ist die Projektarbeit für Jugendliche mit Migrationshintergrund, vor allem wenn nur eingeschränkte Kenntnisse der der deutschen Sprache vorhanden sind, von besonderem Wert. Angedacht ist eine Bewerbung in den weiterführenden Schulen als AG mit dem Arbeitstitel „Projekte zur Berufsorientierung“ für die Jahrgänge acht bis zehn. Natürlich ist das Programm auch offen für interessierte Gymnasiasten.

Die eingangs erwähnten unzureichenden Kenntnisse der Jugendlichen über die Anforderungen und das Arbeitsumfeld im gewählten Ausbildungsberuf lassen sich durch die konventionellen Methoden der Berufsorientierung wie Beratungsgespräch, Eignungstest oder Betriebspraktikum nur teilweise beheben. Was dabei fehlt, ist eine längerfristige selbstgesteuerte Tätigkeit im gewählten Berufsumfeld.

Verbesserung des Matchings zwischen Fachkräfteangebot und –nachfrage in der Ausbildung zu MINT-Berufen

Gefördert durch den Europäischen Sozialfond (ESF) im Zeitraum Juli 2018/ Juni 2020

Matching im Ausbildungsbereich bedeutet, dass das Ausbildungsangebot eines Betriebes und die Vorstellungen und Fähigkeiten von ausbildungsinteressierten Jugendlichen zusammen passen.

Beim Matching zwischen Angebot und –nachfrage in der Ausbildung zu MINT-Berufen treten systematisch bedingt zwei Probleme auf: Zum einen haben viele Jugendliche beim Antritt ihrer Ausbildung unzureichende Kenntnisse über die Anforderungen und das Arbeitsumfeld im gewählten Ausbildungsberuf. Andererseits fällt es vor allem kleinen und mittelständischen Unternehmen schwer, sich einer größeren Gruppe von ausbildungsinteressierten Jugendlichen hinreichend bekannt zu machen.

Diese Lücke soll unser Vorhaben zur „Verbesserung des Matchings zwischen Fachkräfteangebot und –nachfrage in der Ausbildung zu MINT-Berufen“ schließen, und zwar mit Hilfe einer praktischen Berufserprobung in Betrieben des Landkreises Harburg aufbaut. Der wesentliche Teil der Berufserprobung besteht  nun darin, dass die Jugendlichen in der 9. Klasse in einem oder mehreren Unternehmen des Landkreises, die dem Arbeitsfeld ihrer Projektarbeit zugeordnet wurden, eine Praxiswoche durchführen und so ihre Interessen und Fähigkeiten auch mit den konkreten Betriebsabläufen abgleichen können.  Die Praxiswoche im Unternehmen soll praktische Arbeiten enthalten, die auf den Kenntnissen und Fähigkeiten aufbauen, die die Jugendlichen in ihrer Projektarbeit im Rahmen des Projekts „durch individualisierte Projektarbeit an einem außerschulischen Lernort Arbeitsweisen aktueller MINT-Berufe erfahren“ erworben haben. Eckpunkte der praktischen Arbeit werden im Vorfeld von den Unternehmen in Kooperation mit der zwb erarbeitet. Der Vorteil der Berufserprobung gegenüber einem herkömmlichen Betriebspraktikum beruht darauf, dass wir Unternehmen aus der Region mit Jugendlichen zusammen bringen, die bereits Fähigkeiten und Interesse für die jeweilige MINT-Branche nachgewiesen haben und sich dieser auch bewusst sind. Der Einsatz der Jugendlichen im Betrieb kann deshalb individuell gestaltet und mit mehr Tiefgang versehen werden.