MINT mal anders: Kreativität, Wissenschaft und Begeisterung beim Heiner-Schönecke-Preis 2026
Buchholz in der Nordheide, 17. April 2026 – Rund 100 Gäste und 100 Schülerinnen und Schüler folgten der Einladung in die Empore Buchholz, um die Verleihung des Heiner-Schönecke-Preises 2026 zu feiern. In besonderem Rahmen – anlässlich des 80. Geburtstags des Namensgebers – stand die diesjährige Veranstaltung unter dem Motto: „MINT mal anders – ein Science Slam“. Durch das Programm führte Christoph Reise.
Seit 2019 stiftet der ehemalige Landtagsabgeordnete und Mitbegründer der Zukunftswerkstatt Buchholz alle zwei Jahre Preise für die beste MINT-Idee im Landkreis Harburg. Mehr als 50 Schülerteams haben seitdem teilgenommen und ihre innovativen Projekte präsentiert. Auch in diesem Jahr überzeugten die Beiträge durch Kreativität, wissenschaftliches Interesse und überraschende Perspektiven. 13 Beiträge aus den Jahrgängen 5 bis 12 wurden von einer Jury aus Vertretern aus Wirtschaft, Schule, Ehrenamt und Wissenschaft bewertet.
Die Themenvielfalt zeigte eindrucksvoll, wie spannend MINT sein kann: Von neurowissenschaftlichen Fragestellungen über DNA bis hin zu Wasserstofftechnologien und Tauchphysik.
So stellte Charlotte Büchling vom Gymnasium am Kattenberge in ihrem Beitrag, die ebenso einfache wie faszinierende Frage: „Warum weiß mein Gehirn, was ich heute gefrühstückt habe – ich aber nicht?“ Eine unterhaltsame Präsentation und ein imaginäres Experiment über die Zusammenhänge des Großhirns, dem Kleinhirn und dem Hirnstamm. Was sind die Aufgaben und die Funktionsweise unserer verschiedenen Gehirnbereiche. „Das Bewusstsein befindet sich nur im Großhirn, kann also nicht die inneren Körperfunktionen beeinflussen, da es da nicht hinkommt, und deshalb wissen wir nicht, was in unserem Körper passiert, unser Stammhirn aber schon. Charlotte Büchling erhielt für ihren Beitrag den 2. Platz und 1.000 €. In ihrer Laudatio würdigte Vera Weidemann, Vorständin der EWE AG, dass es nicht nur darum geht Wissen einfach zu vermitteln, sondern die richtigen Fragen zu stellen, die mit dem Herzen und Bauch übermittelt werden, das ist Charlotte auf beeindruckende Weise gelungen.
Mit ihrem Beitrag „DNA ist der Stoff, aus dem wir gemacht sind“ haben Jamie Vonmetz und Mika Dannen ein Thema gewählt, das bestimmt jeden von uns schon einmal beschäftigt hat. Wofür sind wir selbst verantwortlich, was ist genetisch vorbestimmt? Mit der originellen Idee, unsere DNA selbst als Person auftreten zu lassen, haben sie dem interessierten Publikum überzeugend und kreativ dargestellt, dass in allererster Linie wir selbst unser Tun und Handeln bestimmen. Sie haben die Komplexität des Zusammenwirkens vieler Gene verglichen mit einem Mischpult mit vielen Reglern, die sich dazu noch gegenseitig beeinflussen. Für diesen sehr witzig und informativ dargestellten Beitrag wurden die beiden Schüler des Albert-Einstein-Gymnasiums Buchholz mit dem 1. Platz und einem Preisgeld von 2.000 € belohnt.
Der 3. Platz mit 500 € ging an eine 16 köpfige Schülergruppe des 12. Jahrgangs des Gymnasiums Hittfeld. In einem wunderschönen Rollenspiel mit vielen Darstellern haben die Schülerinnen und Schüler einen Science Slam mit Knalleffekt auf die Bühne gebracht. Das Thema „Wasserstoff nutzbar machen“ haben die Schülerinnen und Schüler dem Publikum auf sehr originelle Weise erklärt. Jetzt kann man verstehen, wie man die Energie gezielt nutzen und so die Autos zum Fahren bringen kann. Der Laudator, Torben Kleinfeldt, CEO der Friedrich Vorwerk Group SE war sehr beeindruckt von der fachlich korrekten Darstellung und lobte das Team. Passend zum Thema lud er die Schülerinnen und Schüler nach Tostedt in sein Unternehmen ein, um sich vor Ort ein Bild von einer Modellanlage, die Wasserstoff erzeugt, zu machen. Vier junge Schülerinnen und Schüler des 5. Jahrgangs des Gymnasiums Meckelfeld wurden mit dem von Heiner Schönecke selbst übergebenen Sonderpreis in Höhe von 500 € für ihre bemerkenswerte Leistung und Darstellung zum Thema „Neulich am Korallenriff – Wie funktioniert das Auf- und Abtauchen?“ bedacht. Drei Schüler und eine Schülerin erklärten dem Publikum, mit welchen Mechanismen drei verschiedene Lebewesen und ein U-Boot im Wasser ab- und wieder auftauchen können. Auf verschiedene Weise wird dabei das spezifische Gewicht beim Abtauchen vergrößert und zum Auftauchen verkleinert. Als Hauptdarsteller trat der Fisch auf und erläuterte die Funktion seiner Schwimmblase beim Tauchen.
Die Jury zeigte sich beeindruckt vom Niveau der Beiträge. In den Laudationes wurde besonders das Engagement der Jugendlichen hervorgehoben: Laudator Dr. Volker Schmidt, Hauptgeschäftsführer Niedersachenmetall und Aufsichtsratsvorsitzender der IdeenExpo, zeigte sich beeindruckt von dem Engagement junger Menschen und ihrem Willen, sich mit MINT-Themen auseinanderzusetzen und dabei komplexe Inhalte verständlich und kreativ zu präsentieren.
Die Bedeutung von MINT wurde in einer Talkrunde mit Heiner Schönecke, Jan Bauer (CDU), Mitglied des Niedersächsischen Landtags, und Prof. Wolfgang Bauhofer, wissenschaftlicher Geschäftsführer der Zukunftswerkstatt, diskutiert. Jan Bauer hob die besondere Bedeutung der MINT-Bildung hervor. Die Zukunftswerkstatt Buchholz spielt als außerschulischer MINT-Lernort für den Landkreis Harburg eine bedeutende Rolle, hier wird MINT erlebbar und begreifbar gemacht und ist eine wertvolle Ergänzung für den Schulunterricht.
Der Heiner-Schönecke-Preis 2026 hat einmal mehr gezeigt: MINT kann begeistern, überraschen und unterhalten – vor allem dann, wenn junge Menschen ihre eigenen Ideen einbringen und neue Wege der Präsentation gehen.


